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Veldens Ernennung zum Luftkurort im Jahr 1928 – Seine Entwicklung im Lauf von 90 Jahren Von Andreas Kleewein Der Gemeinde Velden am Wörther See wurde 1928 die Führung der Bezeichnung „Luftkurort und Alpenseebad“ zuerkannt. Damit konnte man auch werbewirksam die Kurangebote des Ortes vermarkten. Seitens der Gemeinde Velden wurde dieser Terminus in amtlichen Schreiben jedoch erst ab den 1930ern verwendet und letztmals in den 1980ern. Die Etablierung des Ortes als Kurort wurde schon im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts angestrebt. Als Bade- und Kurort offiziell von der Landesregierung anerkannt wurde Velden erst 1902. Im „Österreichischen Bäderbuch – Offizielles Handbuch der Bäder, Kurorte und Heilanstalten Österreichs“ von 1914, wird Velden durch folgenden Satz schon in Verbindung mit einem Luftkurort gebracht: „In den letzten Jahren begann ein rascher Aufschwung als Luftkurort.“ Als Kurmittel werden Bäder im See sowie Luft- und Sonnenbäder angeführt. Im Jahr 1958, dreißig Jahre nach der offiziellen Ernennung zum Luftkurort, griff man dieses „Gütesiegel“ in der Gemeinderatssitzung vom 14. Juli, geleitet von Bürgermeister Heinrich Ebner, wieder auf, um gegen die Entwicklung des Lärms anzukämpfen und Richtlinien zu beschließen, die zum Teil heute noch Gültigkeit haben. Dazu wurde folgendes einleitend festgehalten: „Der Lärm im Kurort Velden hat derartige Ausmasse angenommen, dass unbedingt Massnahmen dagegen ergriffen werden müssen. Eine Reihe von schriftlichen Beschwerden von Kurgästen, von einheimischen Betrieben werden dem Gemeinderat zur Kenntnis gebracht. Insbesondere wird Beschwerde über den Lärm durch die Tanzmusikkapellen der beiden Grossbetriebe Hotel Schloss und Hotel Mösslacher und über die Mopedfahrer geführt. Es entspinnt sich eine ausgedehnte und lebhafte Debatte. Einstimmig sind die Gemeinderäte der Ansicht, dass energische Massnahmen getroffen werden müssen. Einstimmig beschliesst der Gemeinderat wie folgt: Die Marktgemeinde Velden hält an dem ihr im Jahre 1928 verliehenen Recht zur Führung der Bezeichnung „Luftkurort und Alpenseebad“ fest und wird weiterhin mit allen Mitteln bestrebt sein im Interesse des Fremdenverkehrs und im Interesse der Existenz der Gesamtbevölkerung des Ortes dieser Bezeichnung voll gerecht zu werden!“ Die Folge davon war, dass durch eine ortspolizeiliche Verfügung alle Gemeinde- und Promenadenwege in der Zeit von 22 bis 7 Uhr und von Samstag 14 Uhr bis Montag 7 Uhr nicht mehr mit einspurigen Kraftfahrzeugen befahren werden durften. Vor dem Veldener Kino wurde ein unbeschränktes Parkverbot verordnet. Der Betrieb von „Musikschränken“ (= Jukeboxes) und die Verstärkung von Radio- und Schallplattengeräten durch Lautsprecher in Gaststätten wurde im Gemeindegebiet nicht genehmigt. Die Gendarmerie wurde ersucht, laufend Kontrollen an allen Straßen des Gemeindegebietes, sogar an Bundes- und Landesstraßen, zur Überprüfung der gesetzlich geforderten Schalldämpfung und Geschwindigkeitsbeschränkung an Motorfahrzeugen, vor allem an Motorrädern, Motorrollern und Mopeds durchzuführen. Es wurden dafür sogar Mechaniker eingesetzt, welche den Motor öffneten. Deren Kosten wurden von der Gemeinde übernommen. Durch die Aufstellung von entsprechenden Tafeln die auf den „Kurbereich“ aufmerksam machten, wurden an den Ortseinfahrten die Menschen durch folgenden Text zur Einhaltung des Gebotes aufmerksam gemacht: „Kraftfahrer verhüte Lärm und übermässige Geschwindigkeit bei der Durchfahrt durch den Kurort!“
Leitartikel Leseprobe Redaktion
Die Gemeinde ersuchte die Gendarmerie auch, gegen Nachtruhestörer, vor allem gegen alkoholisierte Besucher von Gaststätten, ausnahmslos und mit aller Schärfe vorzugehen. Sogar die Verstärkung von Tanzmusik im Freien mittels Lautsprechern wurde zeitlich unbeschränkt untersagt. Immerhin wurde die Benützung von Lautsprecheranlagen für die Conferenciers und Sänger bis 23 Uhr gestattet. Nach dieser Uhrzeit war auch das Spielen von Blechblasinstrumenten wie z. B. Trompeten und Posaunen verboten. Weiters durften Gaststätten mit Musikbetrieb nach 23 Uhr die Fenster nicht mehr öffnen. Abschließend wurde im Protokoll noch folgendes zu Gunsten des Tourismus angeführt: „Es wird ausdrücklich betont, dass der Gemeinderat der Marktgemeinde Velden diesen Beschluss als erste Massnahme der Lärmbekämpfung erachtet und mit seinen erlassenen Verfügungen das Interesse der im Orte weilenden Gäste zu wahren aber auch den wirtschaftlichen Belangen der Beherbergungs- und Hotelbetriebe das erwünschte Verständnis entgegenzubringen bereit ist.“ Das Thema der Sitzung, „Lärmbekämpfung“, war übrigens der einzige Punkt dieser Gemeinderatssitzung. Umso mehr ist erstaunlich, dass die mit der Motorisierung verbundene Luftverschmutzung im Luftkurort Velden kein Thema war. Der Tourismus in Velden erlebte seit seinen Anfangszeiten in den 1860er Jahren laufend einen Wandel und neue Maßstäbe mussten gesetzt werden, wodurch aber auch die Bezeichnung Luftkurort nicht mehr gebräuchlich ist. Zu Lärmerzeugern zählen seit den 1990er Jahren zunehmend Motorveranstaltungen und –treffen, sei es auf vier oder zwei Rädern, die Bewohner und Touristiker zweiteilt. Ob GTI- oder Harley-Treffen, ob Internationales Sportwagenfestival oder diverse Oldtimertreffen, der Gemeindevertretung der 1950er Jahre hätten diese Veranstaltungen der Gegenwart vermutlich große Sorge bereitet.  
Abildung 1
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Abildung 3
Abildung 4
Abildung 5
Abb. 1: Das Veldener Wappen mit dem Hinweis zum Luftkurort, auf dem Briefkopf des Bürgermeisters in den 1940ern (Foto: Veldener Gemeindearchiv) Abb. 2: Adresskopf auf amtlichen Schreiben der Gemeinde Velden am Wörther See in den 1950ern (Foto: Veldener Gemeindearchiv) Abb. 3: Für Frauen wurde das Motorradfahren ebenfalls zunehmend interessant. Hier eine Urlauberin aus Wien auf ihrem Puch Motorrad in den 1950ern (Foto: Leo Palliardi) Abb. 4: Verkehrszeichen zum Fahrverbot für einspurige Kraftfahrzeuge zu bestimmten Uhrzeiten beziehen sich in Velden auf den Beschluss von 1958 (Foto: Andreas Kleewein) Abb. 5: In Zeiten vielfacher Motorsportveranstaltungen wie z. B. dem Harley Davidson Treffen, ist „Luftkur“ kein Thema mehr (Foto: Andreas Kleewein)
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