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Die  Kärntner Landsmannschaft
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Leseprobe
Feste und Riten auf Kärntens Almen Von Heimo Schinnerl In den nördlichen Landesteilen, in den Nockbergen vom Liesertal bis zum Wöllaner Nock, der Gerlitzen im Süden und St. Lorenzen bei Ebene Reichenau im Norden, erfreuen sich die Almkirchtage steter Beliebtheit. Almkirchtage werden vornehmlich mit dem Patrozinientag der Heiligen Anna am 26. Juli in Verbindung gebracht. In St. Lorenzen bei Ebene Reichenau ist der Kirchtag beim Anna Kirchlein von Bedeutung. Hier pilgern die jungen Mädchen auf den „Weiberberg“ um mit Hilfe Annas einen geeigneten Mann für das Leben zu finden. Ein reicher Kindersegen zählt ebenfalls zu den Wünschen der Mädchen. Neben diesem Kirchtag, in Kärnten gibt es 26 Patrozinien, die der Mutter Mariens geweiht sind, gehören noch der Annakirchtag auf der Matzen bei Ferlach im Traditionsgasthof Kroschl am Gupf bei St. Margareten und der Petzenkirchtag dazu. Der Petzenkirchtag weist übrigens ein Novum auf, er ist mit der Seilbahn zu erreichen.   Für die Almwirtschaft ist der Anna Tag ebenfalls bedeutsam. Er ist gleichzeitig der Termin für den Beginn der Almheumahd. Hier wird auf das Symbol der Heugabel am 26. Juli auf einem immerwährenden Stabkalender verwiesen. Die Almkirchtage sind aber auch mit dem ursprünglichen Kampfspiel des Ringens verbunden. Hier ist es ebenfalls der Annakirchtag bei St. Lorenzen wo die Burschen sich zu einem „Proberingen“ treffen. Das ist dann der Start für das traditionelle Ringen im Nockgebiet. Keine Urkunde, keine geschriebenen Regeln bestimmen das Kampfspiel. Mündlich überliefert sind die Kampfgriffe und das Stellungsspiel. Die mit Nummern ausgelosten Ringer treten auf einer freien Tratte (Ringarena) zum Zweikampf an. Sie haben zwei eigene Ringerjanker aus starkem Zwilch mitgebracht. Die Ringer fassen sich rechts oben am Kragen und links unten am Rockzipfel. Haben die beiden „zusammengegriffen“ dann tänzeln sie vorerst vorsichtig im Kreis herum, den Blick auf die Schuhe des Gegners gerichtet. Ziel ist es den Kontrahenten auf den Boden zu werfen. Verloren hat jener, welcher als erstes mit den Fingern, mit der Hand oder dem Ellbogen den Boden berührt. Nach dem K.O. System wird der Sieger ermittelt und nach alter Tradition mit einer Schneidfeder gekürt. Der Reigen der Herbstbräuche wird mit dem Almabtrieb abgeschlossen. Auf vielen Almen Kärntens werden im Sommer noch Viehherden geweidet und von Hirten und Sennern betreut. Zwischen dem Bartlmätag (24. August) und Maria Geburt (8. September) wird das Vieh von den höheren auf die niederen Almen getrieben und dann, je nach Witterung, bis zum Michaelistag (29. September) geräumt und ins Tal abgetrieben.  Vor dem Aufbruch werden von der Sennerin „Almraucken“ (das sind kleine in Butter gebackene Krapfen), Rahmmus, „Rumplernudeln“ (kleine in Schmalz gebackene Teigkugeln), oder „Schottkugalan“, wie die Rumplernudel aber mit Schottkäse vermengt, vorbereitet und an die unterwegs Begegnenden verteilt. Die Leittiere werden an den Hörnern mit Kränzen von Speik, Almbuchsbaum und bunten Bändern bekränzt. Sie gehen im Beisein der Hirten der Herde voran. Der Stier wiederum trägt einen mächtigen Aufputz von Blumen, Buntpapier, einem Spiegel und Rauschgold.  Den Schluss bildet ein Wagen mit dem Wirtschaftsgerät und dem verbliebenen Käse, Schmalz und der Butter. Im Dorf werden die Hirten mit Freude erwartet und nach dem Einstellen des Viehs festlich bewirtet.
Leitartikel Leseprobe Redaktion
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Fotonachweis: Landesmuseum für Kärnten, Abteilung f. Volkskunde, Aufnahmen von Willi Hartl, Anton Traunig und Günther Wurzer